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Erik ist ein Punkrocker

20. Mai 2016, 1901 Zeichen

Quälereien habens an sich, sie hängen nach. Schuld, wenn es sowas Dummes geben soll, hat aber nicht Erik der Allgewaltige, der diese zwar vorsätzlich unterbreitete. Irgendeiner kaputten Liebe hängt er nach, der Verlassene, und verschreibt minimale Differenz in maximaler Wiederholung – très lent. Ein Rausch, der mit anderen Räuschen in Konflikt gerät und geraten will, sobald diese versucht sind, seine Tragweite zu kreuzen. Die Wellen steigen gegeneinander, kulminieren unendlich und brechen in amokhaftem Chaos. Nicht so die glatt gebügelten Seelen Swamptowns, die mit der unspektakulären Normalisierungs-Gewaltekstase rastern, was die schnappatmenden Sumpfnüstern zulassen. Keine Quälerei in deren Scheißtümpel, ohne dass zuerst einmal Stallgeist beschworen und die Scheißgruben verteilt sind. Doch untergräbt diese faustrollsche Ernsthaftigkeit mit der Konsequenz eines Virus und guerillahafter Präzision den Sumpfboden, bis hin zum point zéro, bis hin zum Scheidungspunkt zwischen Dagebliebenen, Fortgerissenen, da Vergrabenen und niemals zu Hause seienden. Konfligierend wie das Leben überhaupt, mit der Monotonie des altbekannten Absurden, ist es die kompromisslose Melodie, welche die Qual des Umfelds überhaupt erscheinen lässt. Eine Situation, Bukowski zu überfordern, Amorosa zu verwirren, selbst Oblomov zu langweilen, – sogar den Schweinebullen fehlte die Idee, wie mans verbieten kann. Trockener Regen, der Himmel fällt uns unter die Füße und Schuhe fliegen ziellos durch den Raum. Erik, die alte Satteldecke hats in seinem verheulten Lachanfall vorausgesagt: Es braucht alleräußerste Regungslosigkeit, um diesen Scheißsumpf nachhaltig zu fliehen.

 

© Naurasta Selecta