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Dick und Doof und Doxa

05. Dezember 2016, 1655 Zeichen

Die Zeit der Aufklärung ist endlich vorbei, wir leben in einem postfaktischen Zeitalter, wo die Wahrheiten nichts mehr gelten und die Lautesten endlich wieder Recht haben. Es gibt jedoch sehr wohl Unterscheidungen, wenn es, sagen wir mal, um diese Fakten geht, von welchen die Postfakten-Vertreter_innen sprechen. Die Medien. Der Wahlkampf. Die Politik. Vielleicht hilft ein kleiner Blick hinter die Kulissen, die Medien (müsste man eigentlich, um keine Fakten zu verdrehen, auch aufzwirbeln) sind getreu ihren Kunden verpflichtet, also den werbetreibenden Unternehmen; der Wahlkampf (hier ist natürlich sowas gemeint, bei dem Köpfe gewählt werden) ist genauso treu zu seinen Kunden, also den Lobbys und Geldgebern (beim Trumpeltier noch offensichtlicher, da fast schon transparent ist für wen er arbeitet, nämlich für sich und seine Milliardärsfreunde); in der Politik ist das Problem der Fakten schon seit der Erfindung dieser lustigen Betätigung des Politisierens als Doxa bekannt, man könnte es auch Meinung nennen. Anders formuliert richtet sich diese Doxa aber gegen Wissenschaftlichkeit einerseits und andererseits ist die heutige Ausprägung ein veritabler Anti-Intellektualismus, wobei es nicht ganz so einfach ist, wie der Bertold das sagte, Fressen kommt vor der Moral. Nicht einmal neue Welten werden ausserhalb der Fakten imaginiert oder erfunden, sondern lediglich vermieden auf seine eigenen kleinen Füsse zu schauen und um diese nicht bewegen zu müssen: Quasi eine Real-Life-Info-Bubble, bei der jegliche Information genauso aussieht, wie alles andere auch, nur nicht denken, man könnte ja ausversehen noch etwas verändern.